„Einfach mal Fresse halten“ – die neue Mute-Funktion von Twitter

Bei wem hilft die neue Mute-Funktion von Twitter?
Bei wem hilft die neue Mute-Funktion von Twitter?

Twitter führt eine neue Funktion ein, das Muten. Zu Deutsch: stummschalten. Dem Twitter-Nutzer wird eine noch bessere Organisation seiner Timeline versprochen, indem von stumm geschalteten Kontakten keine Tweets mehr auftauchen.

Bei welchen Twitter-Typen diese Mute-Funktion besonders nötig und wirksam ist, wird die Praxis zeigen. Hier ein Vorausblick.


Der enthusiastische Event-Besucher

Charakterisierung: Ob #republica, #rp14 und bald wieder #rar14 – spätestens nach dem 20. Tweet mit drei Hashtags, damit auch alle Optionen abgedeckt sind, haben die Follower verstanden, worum es geht. Ein oder zwei Infotweets in der Timeline zu einem Event sind ja ganz informativ. Schnell klingen die Tweets mit den entsprechenden Event-Hashtags aber nur noch so „Ich bin da und ihr nicht, ätschibätsch“. Da der Twitterer aber zur festivalfreien Saison und unabhängig von Fachtagungen eigentlich ganz nett ist, muss man ihn ja nicht gleich entfolgen. Für drei, vier Tage muten, dann ist der Spuk nach dem finalen Blog-Eintrag, wie geil diese paar Tage waren, auch schon wieder vorbei.

Mute-Priorität: Niedrig. Das Ent-muten danach nicht wieder vergessen.


Der twitternde Ex-Partner

Charakterisierung: Einmal zu wenig auf sein Smartphone gestarrt und – zack – ist es passiert: verliebt. Neben der gemeinsamen Vorliebe für Jutebeutel und Club-Mate steht Twitter ganz hoch im Kurs. Da wird geretweetet, gementiont und direct gemessaget, dass sich die Balken biegen. Während das frisch verliebte Paar, das von allen anderen Followern schon längt gemutet wurde, sich im synchrontwittern übt, merkt es nicht, wie es sich langsam auseinanderlebt. Aus, vorbei. Und jetzt? Bloß nicht die Blöße geben und entfolgen. Schließlich verkraftet man die Trennung viel besser als der ehemalige Lebensabschnittsgefährte. Blocken ist viel zu aggressiv, man muss ja auch an die gemeinsamen Follower denken, die unter der Trennung mindestens genauso leiden. Vom Muten bekommt der andere noch nicht mal was mit. Elegant.

Mute-Priorität: Mittel. Für Stalking-Zwecke, was der oder die Ex so treibt, eher nicht zu empfehlen.


Der Besserwisser

Charakterisierung: Jeder kennt ihn, keiner mag ihn: den Besserwisser. Meist sogar ein Bekannter aus dem Real Life oder eine Person mittleren Alters, die irgendwie Twitter entdeckt hat. Und die den lieben langen Tag nichts besseres zu tun hat, als Tweets mit dem erhobenen Zeigefinger und  redundante Replies zu schreiben. Am besten noch zu einem Thema, das überhaupt nichts mit dem zu tun hat, worum es eigentlich ging.

Mute-Priorität: Die Mute-Funktion ist bei Interaktion leider wirkungslos. Allerdings ist so zumindest die Timeline etwas ruhiger.


Der Troll

Charakterisierung: Egal ob im Märchen oder im Internet, der Troll wird sein schlechtes Image nicht los. In Foren und von Unternehmensaccounts gefürchtet, verbreitet er mit Hasstiraden, unsachlichen Hinweisen und bewusstem Verstoß gegen die Community-Richtlinien Graus und Schrecken. Für diplomatische Annäherungsversuche oder vernünftige Argumente ist er gänzlich unempfänglich.

Mute-Priorität: Extrem hoch, aber leider nicht ausreichend. Hier hilft nur noch blocken.