Die fünf Stufen des Club-Besuchs

Irgendwie sind sie unvermeidbar: die Club-Besuche. Auch wenn man selbst niemals auf die Idee kommen würde. Immerhin gibt es dabei keine großen Überraschungen. Der Ablauf ist so ziemlich jedes Mal der gleiche.

Stufe 1: Die Ankunft

Contra:_MG_6216 Kaum im Club angekommen, kämpft man sich durch die Massen – die keinen epileptischen Anfall haben, sondern tanzen – und legt Jacke und Tasche ab. Dann geht’s zur Bar. Die sich natürlich auf der anderen Seite des Raumes befindet. Die Idee haben noch ca. zwanzig andere. Nach zwei Stunden kehrt man endlich mit einem Getränk in der Hand zum Ausgangspunkt zurück. Man will ja schließlich checken, ob Tasche und Jacke noch da sind. Im Glas befindet sich allerdings nur noch die Hälfte des Getränks. Im Glücksfall wurde es im Bad in der Menge auf andere – mit hoher Wahrscheinlichkeit aber auf einem selbst – von enthusiastischen Tänzern umgekippt.

Pro: Man wollte ja ohnehin weniger trinken. Und duschen muss sowieso nach dem Clubbesuch sein. Die tropischen Klimaverhältnisse und der unvermeidbare Körperkontakt mit anderen sorgen dafür.

Stufe 2: Konversation

Contra: So ziemlich jedes Gespräch beginnt mit einem „HÄH?!“ oder – Abwechslung muss sein – „WAS?!“. Und nachdem man zehnmal seinen Namen gebrüllt hat, ist man sich auf der kommunikativen Ebene auch schon viel näher gekommen.

Pro: Von ca. 50% der Anwesenden will man ohnehin nicht hören, was sie zu sagen haben.

Stufe 3: Das Tanzen

Contra: Eine schwitzende Menge, in der sich alle mehr oder minder rhythmisch bewegen – sofern die Musik einen erkennbaren Rhythmus aufweist – und ein paar, die sich genervt zur Theke schieben. So langsam keimt der Wunsch auf, statt der High Heels lieber Schuhe mit Stahlkappen zu tragen. Dass die Hüften schon etwas aus der Übung sind lässt sich am Knacken der Knochen und den abschätzigen Blicken der Umstehenden erahnen.

Pro: Im Idealfall merkt aber keiner was von den ungelenken Tanzversuchen, da alle damit beschäftigt sind, sich gegenseitig umzustoßen und möglichst viel Platz für sich zu vereinnahmen. Ein Plus für alle, die sonst unter Berührungsmangel leiden. Klaustrophobiker haben hier das nachsehen.

Stufe 4: Resignation

Contra: Jeder kennt und mag die Musik – nur du nicht. Während alle die zwei Zeilen des Liedes mitsingen, die sie kennen – meist der Refrain – bemühst du dich, die Zehen einzuziehen und im Takt mitzuwippen. Die Versuche, mit Worten zu kommunizieren sind vergebens, also beschränkt man sich auf Kopfnicken, ein wenig Lächeln und gelegentliches auf die Schulter klopfen.

Pro: Abgesehen von diesen kleinen Gesten muss man nicht weiter so tun, als fände man die Clubatmosphäre total cool oder alternativ. Die Umstehenden steigern ihren Alkoholpegel, was dir zu einer unverhofften Menge Gratis-Drinks verhilft. Der eintretenden Resignation kann das nur förderlich sein.

Stufe 5: Alles auf Anfang

Contra: Kaum fängt es an einigermaßen Spaß zu machen – meist mit steigendem Alkoholpegel – wird durch wildes Gestikulieren der Freunde signalisiert, dass man weiterziehen will.

Pro: Das Ganze geht im nächsten Club von vorn los. Aber nun weiß man ja, was kommt.

Prost.