Wenn der Nachname nicht ins Steuerformular passt …

Wenn der eigene Nachname nicht ins Steuerformular passt, könnte man dem Gedanken verfallen, ihn bei einer eventuellen Eheschließung einmal abzulegen. Andererseits steht der Familienname auch für Identität und Geschichte. Er verrät möglicherweise etwas über den Berufsstand oder die Herkunft der Vorfahren. 

Egal ob der Nachname Keihanaikukauakahihuliheekahaunaele oder Meyer lautet, er offenbart etwas über seinen Träger. Bis zum Mittelalter kamen die Menschen zumeist mit ihrem Vornamen aus. Aufgrund der steigenden Population, vor allem in den Städten, wurden im Laufe der Zeit weitere Unterscheidungskriterien als nur der Vorname vonnöten. Die meisten deutschen Familiennamen leiten sich aus Berufs- und Amtsbezeichnungen ab, dem Vornamen des Vaters oder der Mutter, der Eigenschaften der Person, von der geographischen Herkunft oder einer Besonderheit der Heimat. „Lieschen Müller“ hat den am häufigsten verbreiteten Nachnamen, der von der Berufsbezeichnung her stammt. Alle Schmidts, Schmitts und Schmids zusammengerechnet würden ebenfalls den ersten Platz belegen, allein Schmidt schafft es auf den zweiten. Aufs Treppchen schafft es noch der Schneider, gefolgt von Fischer und Weber.

Welche Variante darf es sein?

Heute beschäftigen sich mit der Wahl des Nachnamens ungefähr 380.000 angehende Ehepaare pro Jahr. Genug Möglichkeiten gibt es: ein gemeinsamer Familienname, Doppelname, seit 1991 darf auch jeder seinen Namen behalten. Die Gründe für oder gegen einen gemeinsamen Familiennamen sind vielfältig: berufliche Erfolge oder Publikationen unter diesem Namen, der Klang oder eben Identität.

Ehepaare entscheiden traditionell

Dass die Weiterführung des Geburtsnamens bis vor nicht allzu langer Zeit für Frauen keine Option darstellte, zeigt der veraltete Begriff „Mädchenname“. Trotz der Möglichkeiten geben sich die deutschen Ehepaare traditionell: Schätzungsweise nehmen 80 Prozent der Frauen bei der Hochzeit den Namen des Mannes an, acht Prozent tragen einen Doppelnamen, fünf Prozent behalten den Geburtsnamen und ein Prozent der Männer nimmt den Namen der Frau an. Das Thema beschäftigt auch Feministen/Feministinnen. Dass sich die große Mehrheit der Frauen trotz hart erkämpfter Gleichberechtigung und Emanzipation für den Namen des Mannes entscheidet, kommt für manche einer Aufgabe der eigenen Identität und Persönlichkeit gleich.

Quellen und weitere Infos:

http://www.sueddeutsche.de/leben/namenswahl-nach-der-heirat-bekenntnis-zum-mann-1.79245

http://www.planet-wissen.de/natur_technik/forschungszweige/namensforschung/

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Familienname

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_h%C3%A4ufigsten_Familiennamen_in_Deutschland

http://www.emma.de/artikel/aus-liebe-ministerin-koehler-ist -zurueckgetreten-265036