Das Vegan-Projekt: Tag 1

Für einen Monat vegan leben – und das als passionierter Fleischesser und Milchtrinker. Was das mit der Ernährung, der Laune und der Küche macht? Die nächsten vier Wochen als Veganer werden es zeigen.


Tag 1 als Veganer

Vegan Leben will gut vorbereitet sein
Die letzten tierischen Produkte wurden vor dem Vegan-Projekt vernichtet

Nachdem gestern die meisten tierischen Produkte aus der Wohnung vernichtet wurden, schleicht sich bereits beim Aufwachen ein komisches Gefühl ein: plötzlich nicht mehr das essen zu können, worauf man gerade Lust hat.

Man nehme das Frühstück: Bisher standen Milchkaffee oder heiße Schokolade und in Milch ertränktes Schokomüsli auf dem Plan. Nun greife ich auf ein Frühstück meiner Kindheit zurück, das sich unkompliziert vegan herstellen lässt – danke an dieser Stelle an meine Mutter.

Schwieriger wird es, die Milch in Kaffee und heißer Schokolade zu ersetzen. Für den Anfang wird ein Soja-Vanille-Drink ausprobiert.

Veganes Frühstück

Veganes Frühstück
Das erste vegane Frühstück. Abgesehen vom Soja-Kakao keine große Einschränkung

Bananen-Kakao-Brot:
Pflanzliche Margarine
Bröchten / Zwei Brotscheiben
1/2 Banane
Kakaopulver

Zubereitung: Ziemlich selbsterklärend. Vegane Butter aufs Brot, Banane drauf, nach Belieben mit Kakaopulver bestreuen.

Veganer Kakao:
Vanille-Soja-Drink
Kakaopulver
Zucker

Zubereitung: Vanille-Soja-Drink mit Kakao und Zucker (jeweils 2 Teelöffel auf 200 ml Sojamilch) aufkochen und gut durchrühren.


Veganes Mittagessen

Kartoffelgratin:
Rezept gibt es hier

Und schon das erste Problem beim Vegan-Projekt: Spontan kochen ist schlecht. Zumindest, wenn man die Grundlagen des veganen Kochens noch nicht beherrscht.

Veganer Kartoffel-Auflauf
Statt falschem Käse mit Hefeflocken wird der Auflauf mit Soja-Béchamel-Soße überbacken

Da die Karotten und Kartoffeln im Haus verarbeitet werden sollten, schien die Idee eines veganen Gratins gar nicht schlecht – Sojasahne und Sojamilch sind ja vorhanden. In dem obigen Rezept braucht es für den falschen veganen Käse allerdings auch Hefeflocken (noch nie vorher gehört). Haferflocken klingen zwar ähnlich, bringen mich aber nach erfolglosem Googlen bei der Käseherstellung auch nicht weiter. Was also tun?

Zum Glück schienen andere Veganer auch schon an der Ermangelung von Hefeflocken zu leiden. Daher gibt es nun Kartoffel-Kartotten-Auflauf mit der im erste Rezept beschriebenen Sojasahne-Gewürzmischung. Darüber kommt die im zweiten Rezept beschriebene Soja-Béchamel-Soße.

Das Ergebnis nach einer Stunde bei 200 Grad im Ofen: zunächst mal essbar.

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Die Soja-Béchamel-Soße ist zu einer Kruste gebacken, die hauptsächlich nach Knoblauch und Senf – und damit nicht schlecht – schmeckt. Die Gewürz-Sojasahnemischung ist geflockt und fällt nur auf, wenn man davon ein größeres Stück erwischt – dann aber leider sehr negativ.

Auch wenn es kein übermäßiger Gaumenschmauß ist, hat es gesättigt.

Zum Nachtisch halten zwei Stücke Zartbitterschokolade her.


Veganes Abendessen

IMG-20150201-WA0007Das Abendessen ist zwar wieder ein Brötchen, aber – juhuu – ohne Soja.

Bruschetta:
Mehrkornbrötchen
Tomate
Olivenöl
Knoblauch und Gewürze nach Belieben


Fazit des ersten veganen Tages

Die oben beschriebenen Mahlzeiten waren alle essbar. Am besten schmeckte jedoch, was nicht zu einem Großteil aus veganen Ersatzprodukten bestand, wie das Banen-Kakao-Brot und das Bruschetta.

Ansonsten bedarf es in den nächsten Tagen einer Alternative für Sojamilch, die mir jetzt schon ziemlich über ist.


Exkurs: Soja und ich

Von allen Lebensmitteln, die ich als Veganer für einen Monat nicht mehr essen kann, wird Milch am Härtesten sein. Ohne mich im Vorfeld intensiv mit Veganismus befasst zu haben, wurde schnell klar, dass an Soja als Milch- und Sahneersatzprodukt kaum vorbeizukommen ist. Mein Verhältnis zu Soja ist allerdings nicht das einfachste.

Für Online-Artikel stellte ich im Selbstversuch Sojamilch und Tofu her. Die Ergebnisse waren ganz ansehnlich, der Weg dahin weniger.

Übergekochte Sojamilch
Warum ich eigentlich niemals vegan leben wollte: Sojamilch kocht zu schnell über

Zudem hat Soja für mich einen ziemlich starken Eigengeschmack. Daher werden im Zuge des Vegan-Projekts auch noch andere Milchersatzprodukte zum Einsatz kommen.


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