Tag 3 als Veganer: Von A wie App bis Z wie Zucchini

Am dritten Tag als Veganer zunächst mal ein großes Danke für all die Zusprüche, Tipps, Anregungen und das Interesse an dem Projekt! Hatte ich im Vorfeld nicht mit gerechnet und ich freue mich über den weiteren Austausch. Vielleicht könnt ihr ja bei folgendem Thema weiterhelfen?

Digitale Hilfsmittel für Veganer

Obwohl ich aus zeitlichen Gründen noch nicht viel vegan kochen konnte, fällt nach drei Tagen veganem Leben auf: Die Nutzungsdauer des Smartphones steigt.

Das liegt vor allem daran, dass Google häufig mit der Frage nach „Ist Lebensmittel XY vegan?“ um Rat gefragt wird. Schnell kam die Frage auf, ob das auch einfacher und schneller geht.

Wer jetzt denkt: „Häh? Ist doch klar, wo tierische Produkte drin sind“ – nein, ist es nicht unbedingt. Wein, Margarine und beispielsweise auch Kondome (die weniger zum Verzehr geeignet sind, aber sie seien an dieser Stelle dennoch erwähnt) zählen nicht unbedingt zu den veganen Produkten. Entweder werden im Herstellungsprozess tierische Inhaltsstoffe verwendet oder sie befinden sich im Produkt, was man im Fall der pflanzlichen Margarine nicht unbedingt erwarten würde.

Vegane Apps
[Screenshot Google Play Store]

Die Suche nach digitalen Hilfsmitteln für veganes Leben wie einer verlässlichen Lebensmitteldatenbank oder App war bisher vergeblich. Es gibt einige englische Apps, um die ich mich aber drücke. Nachdem ich im Playstore eine wenig überzeugende Vegan-App (Fakten, warum Veganismus gut ist) und eine zweite Vegan-Check-App (auf Russisch) heruntergeladen und schnell wieder verworfen hatte, muss ich wohl weiter Google mit „Ist XY vegan?“ bemühen.

Wenn ihr also Tipps habt, wie das schneller geht: Immer her mit.


Veganes Frühstück

Veganes Müsli
Veganes Müsli aus Soja-Kakao-Haferflocken-Brei

Es gab von den Zutaten her dasselbe wie gestern.

Einziger Unterschied:
Die Haferflocken wurden schon am Vorabend mit dem Kakao und der Soja-Vanille-Milch aufgekocht und über Nacht eingeweicht.

Das Ergebnis:
Eine brei- bis mousseartige Konsistenz, die mir in Kombination mit Obst und Nüssen noch besser als die gestrige Variante schmeckt.


Veganes Mittagessen

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Premiere: Brot ohne Fertigbackmischung – knusprig, aber fad

Vollkorn-Roggenbrot (mit Tomatenpaste):
Roggenvollkornmehl (300 Gramm)
Weizenvollkornmehl (200 Gramm)
Sauerteigextrakt (gibt’s beim dm)
Hefe
Wasser
Salz

Zubereitung: Mehl und Hefe mit Sauerteigextrakt mischen. 350 ml lauwarmes Wasser dazugeben, 1 1/2 Teelöffel Salz dazu und den Teig fünf Minuten kneten. Anschließend abdecken und 30 bis 60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis der Teig aufgegangen ist.

Ofen auf 50 Grad vorheizen. Aus dem Teig das Brot formen und außen mit Wasser bestreichen, in den Ofen schieben und dort nochmal gut 20 bis 30 Minuten gehen lassen. Brot aus dem Ofen nehmen, diesen auf 250 Grad vorheizen – ich mache auch noch eine feuerfeste Schüssel mit Wasser in den Ofen und bilde mir ein, dass das Brot dadurch knuspriger wird. Brot nochmals mit Wasser bestreichen und 10 Minuten bei 250 Grad backen. Anschließend den Ofen auf 200 Grad runter drehen und ca. 40 Minuten fertig backen.

Mein erstes Brot ohne Fertigbackmischung hat eine schöne Kruste bekommen, allerdings habe ich zu wenig Salz genommen. Es schmeckt also leider etwas fad, was die Tomatenpaste zum Mittagessen auch nicht rausreisen kann. Aber vielleicht ist das ja der perfekte Anlass, morgen eine vegane Kräuterbutter herzustellen.


Veganes Abendessen

Gebratene Zucchinistreifen mit Tofuwürfeln:veganes abendessen
Zucchini
Zwiebel
Tomate
Mais
Räuchertofu
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Zubereitung: Zucchini in dünne Streifen schneiden und in Olivenöl so lange anbraten, bis sie schön Farbe bekommen haben. Zwiebelringe dazugeben und mit braten, zum Schluss das restliche Gemüse.

Das Rezept habe ich schon öfter vor meiner „vegan-Zeit“ gekocht und meistens noch mit Fetakäse verfeinert. Stattdessen kommt hier der Räuchertofu zum Einsatz.


Fazit des dritten veganen Tages

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Neid kommt angesichts solcher Bilder erstaunlicherweise nicht auf

Bisher läuft alles sehr entspannt. Auch wenn man auf der Arbeit gelegentlich ein Essensangebot dankend ablehnen muss, oder Kollegen auf ihr tolles unveganes Essen hinweisen (danke an A. K. 😉 ), Hunger, Neid oder Unzufriedenheit lassen weiter auf sich warten.

Trotz der vielen Dinge, die ich als Veganer nicht mehr essen darf, vermisse ich nichts. Im Gegenteil: Das Schoko-Brei-Müsli ist so lecker, dass ich mir gut vorstellen kann, dass es das Rezept in die Zeit nach dem Vegan-Projekt schafft.

Und noch eine Randnotiz: Es fällt sehr viel leichter, weniger Kalorien aufzunehmen. Hängt vermutlich damit zusammen, dass ich Käse und Fleisch (noch) nicht durch vegane Ersatzprodukte mit ähnlich viel Kalorien ersetzt habe.