Tag 8 als Veganer: Wie Gott in Frankreich

Bisher war die vegane Ernährung sehr günstig – abgesehen von Tofu und veganen Milchdrinks kamen noch keine Ersatzprodukte auf den Tisch. Nach einem Besuch im Bioladen ist der Kühlschrank voll mit veganem Käse, Veggi-Salami und falschem Mozzarella, der Geldbeutel hingegen leer. Ob sich die Investition gelohnt hat?


IMG_20150208_120714Veganes Frühstück

Vom Kuchenbacken war noch Zartbitterschokolade übrig. Diese wurde erneut eingeschmolzen und mit Reis- und Hafermilch eingekocht.

Im Gegensatz zum Soja-Vanille-Drink, den ich bisher immer für heiße Schokolade benutzt hatte, habe ich die Süße der beiden Milchalternativen komplett unterschätzt. Die heiße Schokolade wurde erst genießbar, als ich die Tasse bis knapp zur Hälfte mit heißem Wasser füllte und alles gut mischte – dann schmeckte sie aber auch richtig gut.


Veganer Käse und falsche Salami

Käse aus Pflanzen auf dem Tisch
Veganer Käse

Jetzt aber zum veganen Vesper: Auf den Tisch kamen drei verschiedene Käsesorten – zwei Sorten veganer Kräuterscheiben Käse und ein in Gewürzen eingelegter vegane Käseblock, der von der Form her aussieht wie Feta. Außerdem eine Veggi-Salami in Scheiben.

Der gewürzte Käse schmeckt im Prinzip wie Tofu und auf dem Brot und mit Tomatenscheiben nicht schlecht – aber nicht vom Hocker reisend.

Beim Scheibenkäse ist als für mich als Laie optisch und von der Konsistenz her kein Unterschied zu normalem Käse erkennbar. Und der Geschmack? Ganz ehrlich: Hätte man ihn mir als normalen Kuhkäse mit Kräutern verkauft, ich hätte es anstandslos geglaubt.

Aber wie ist es mit der Schmelzbarkeit ( – gibt es das Wort? Egal – ) von Käse auf Pflanzenbasis? Eine Minute auf höchster Stufe in der Mikrowelle zeigt ebenfalls keinen Unterschied zu normalem Käse an. Und ich fühle mich beim Essen wie ein veganer Gott in Frankreich – wobei das Vegane vom Geschmack her beim Kräuter-Scheibenkäse überhaupt nicht zum Tragen kommt.Speisen wie ein veganer Gott in Frankreich

Das Argument, wegen des Verzichts auf Käses nicht vegan Essen zu können oder wollen, ist für mich erstmal entkräftet.

Anders bei der Veggi-Salami. Die riecht zunächst nur nach Tofu, schmeckt dafür aber sehr würzig und erinnert mit viel Fantasie entfernt an Salami. Drei Scheiben auf dem Brötchen waren dann allerdings doch zu viel des Guten.

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Die Katzen freut es.


Leidtragende des Vegan-Projekts

Die vegane Salami schmeckt der Katze
Die vegane Salami hat es sogar den Katzen angetan

Apropos Katzen. Während der ersten Woche des Vegan-Projekts fehlte es uns an nichts – auch nicht an Fleisch. Die beiden felligen Mitbewohner sehen das vermutlich etwas anders. Vor dem Vegan-Projekt fiel beim Essen für sie immer mal wieder ein Stück Wurst, Fleisch oder Butter ab.

Seit dem Vegan- Projekt leisten sie uns beim Essen zwar immer noch gern auf dem Tisch und Stühlen liegend Gesellschaft – den Mangel von Fleisch auf den Tellern quittieren sie mit missgünstigen Blicken und vegane Butter ist leider auch total uninteressant.

Bei der Veggi-Salami haben sie allerdings Feuer gefangen – gut für sie, dass ich davon nicht mehr als zwei Scheiben essen mochte.


Fazit nach einer Woche veganem Essen

Von all den tollen Sprüche wie „Zum Glück hat der Februar nur 28 Tage“ oder „Das Katzenfutter sieht immer verführerischer aus“, die ich mir im Vorfeld für die Blog-Artikel überlegt hatte, konnte ich leider noch keinen einbauen, weil es wirklich gut läuft. Auch wenn neue Produkte getestet wurden und ich noch immer kein absoluter Tofu- und Soja-Fan bin, vermisste ich beim Esse nichts und musste in der ersten veganen Woche kein einziges Mal hungern.

Das vegane Müsli schmeckt – ich wiederhole mich, aber ich bin nach wie vor begeistert – einfach bombastisch, so dass das ein oder andere Frühstück nach dem Vegan-Projekt bestimmt mit deutlich weniger Milch auskommen wird.

Auch wenn ich vor dem Vegan-Projekt nicht übermäßig viel Fleisch gekauft habe und auch öfter beim Metzger war, eine Erkenntnis gibt es schon: Den Verlegenheits-Griff im Supermarkt zur Putenbrust, weil man sonst nicht weiß, was es zum Essen geben soll, und man es nicht mehr zum Metzger schafft, wird es nach dem Vegan-Projekt nicht mehr geben – denn Alternativen gibt es genug, wie die erste vegane Woche zeigt.

Den restlichen drei veganen Wochen wird also entspannt entgegen geblickt und ich freue mich auf die neuen Ideen, Rezepte und Anregungen, die da noch kommen werden.

An dieser Stelle auch noch mal vielen Dank an alle für das Interesse, die Tipps, das Lesen, Kommentieren und Unterstützen! So macht die ganze Sache doch gleich noch viel mehr Spaß.