Tag 11 als Veganer: Patzer und Pizza

Vegane Ernährung muss nicht entbehrungsreich sein – wenn man darauf eingestellt ist. Freut man sich jedoch auf etwas, was sich dann kurz vorm Essen als unvegan herausstellt, führt das schon mal zu Frust. Zum Glück entschädigte das Abendessen: Vegane Pizza!


Von netten und aufmerksamen Menschen kamen schon viele Tipps und Anregungen für den veganen Monat – manche haben sogar extra vegan eingekauft und gekocht. So gut versorgt und ausgestattet muss ich während des Vegan-Projekts nichts vermissen.

Enttäuschte Vorfreuden

Aber es gibt auch kritische Momente. Die treten dann auf, wenn die Vorfreude auf ein Essen dahin ist – weil es nichtsahnend der veganen Ernährung widerspricht.

Leichter Frust kam bisher einmal beim Einkaufen auf, weil mir nicht ersichtlich war, weshalb in bestimmten Produkten tierische Inhaltsstoffe drin sein müssen, wenn es auch ohne gehen würde – im genannten Fall waren es die geliebten Zartbitter-Mandel-Splitter, die entgegen der Erwartung tabu sind.

Viel schlimmer und fieser folgendes Szenario (heute so geschehen): Im morgendlichen Tran wurde eine Packung Fruchtriegel eingepackt (wer mich kennt wird das als herausragende morgendliche Leistung würdigen). So ein Riegel ist ja eigentlich perfekt als Nervennahrung für zwischendurch. Am Vormittag will ich beherzt zugreifen und werfe einen – mittlerweile schon fast obligatorischen – Blick auf die Packung. Und sofort fällt ins Auge: Es ist Honig drin.

Kein Fruchtriegel also für mich.

Inspiriert durch die Erfahrung wird jetzt eine Kiste angelegt, in der alles landet, was ich trotz der Vorfreude und Erwartung nicht essen darf. Mal sehen, wie die in drei Wochen aussieht.


Veganes Mittagessen

Unspektakulär, vegan und ein Gericht, das ich so auch vor dem Projekt schon viele Male gegessen habe.

Bratkartoffeln mit Salat:

20150210_192730Kartoffeln, 500 Gramm
Zwiebeln, zwei Stück
Pflanzenöl (zum Beispiel Sonnenblumenöl)

Grüner Salat
Mais
Paprika
Karotte
Olivenöl
Balsamico-Essig

Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden. Öl in der Pfanne erhitzen und Scheiben dazu geben. Für ca. 30 Minuten bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel anbraten. Zwischendurch immer mal wieder gut durchrühren. Die Zwiebeln dazu geben und bei offener Pfanne ca. zehn Minuten rösten.

Salat waschen, Gemüse klein schneiden und alles gut mischen. Essig und Öl nach Belieben dazu.


Veganes Abendessen

Vegane Pizza:

SAM_4113

Für den Teig wurde dieses Rezept verwendet.

Veganer Streu-Käse
Perfekter Einsatz für den veganen Streu-Käse

Die Tomatensoße wurde mit 100 Gramm Tomatenmark und jeweils mit einem Teelöffel edel-süßem und scharfem Paprikapulver, Zucker und einer Prise Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Auf die Pizza könnt ihr einfach das machen, was ihr sonst auch gerne drauf habt (wer jetzt Bacon und vier verschiedene Käsesorten sagt, hat dann leider das Nachsehen).

Da ich Pizza generell mit viel Gemüse mag, wurde die Pizza abgesehen von Schinken wie zu unveganen Zeiten belegt: Zwiebeln, Pilze, Mais, Paprika, Rucola. Vom Einkauf im Biomarkt war sogar noch veganer Streu-Käse im Kühlschrank. Der fand auf der Pizza seinen perfekten Einsatz.

Im Ofen verhält sich veganer Käse wie Kuhkäse
Veganer Käse schmilzt genauso wie normaler Käse

Allerdings war der Geschmackstest vor dem Backen sehr ernüchternd. Der vegane Käse schmeckte wie labbrige Kokosflocken. Er schmolz aber gut im Ofen und war auf der fertigen Pizza kaum noch zu bemerken – gestört hat er also nicht. Ob man ihn dann auch hätte weglassen können, müsste man vielleicht nochmal ausprobieren.

Ansonsten schmeckte die Pizza, wie Pizza eben schmeckt: einfach genial.