Tag 14 als Veganer: Kultur allein macht nicht satt – Pommes auch nicht

Wie ergeht es einem Veganer eigentlich in freier Wildbahn? Wenn nicht extra etwas eingepackt wurde, oder Freunde und Familie vorgesorgt haben? Wie schwer fällt es, außerhalb der eigenen vier Wände vegan zu essen und standhaft zu bleiben? (Dieser Artikel wird nicht durch Product-Placement finanziert, enthalten ist es trotzdem.)

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Zum ersten Mal standen Auswärtsessen auf dem Plan, bei denen nicht extra für das Vegan-Projekt vorgesorgt worden war.


Ein Veganer in freier Wildbahn

Das vegane Bistro kam nicht in Frage - ich sah das gelassen. Noch
Diesmal keine veganen Extrawürste für mich

Samstags vor 11 Uhr von der Familie für einen Museumsbesuch abgeholt zu werden, ist für die kulturelle Bildung sicherlich förderlich – für ein veganes Frühstück hat es allerdings nicht mehr gereicht.

Dementsprechend hungrig war ich bei der Ankunft in Speyer, wo derzeit eine Titanic-Ausstellung stattfindet (sehr sehenswert, angucken!).

Bereits im Vorfeld hatte sich die Familie netterweise Gedanken darüber gemacht, wo es zum Essen hingehen soll. Ein veganes Bistro stand sogar zur Auswahl – doof, dass die Öffnungszeiten nicht mit unserem Besuch zu vereinbaren waren.

Ich sah das Ganze relativ gelassen, irgendwo würde sich ein Brötchen oder ähnliches auftreiben lassen. Abgesehen davon sollte es diesmal keine Extrawurst geben. Auch um zu testen, wie man als Veganer in „freier Wildbahn“ so auskommt.


Vegan im Fast Food Restaurant*

20150214_142325Und egal ob man 6 oder 26 Jahre alt ist – irgendwie landet man mit der Familie bei Tagesausflügen öfter mal im McDonald’s.

Ein schneller Blick auf die Peta-Website zeigt, dass Pommes in Ordnung sind. Na, wenn das nichts ist … Sogar ein Veggi-Menü wird am Eingang angepriesen – fällt für mich aber flach, da in den Brötchen Milch und Eier enthalten sind.

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Neid, Neid und nochmals Neid

Auch wenn ich kein Verfechter von McDonald’s bin, esse ich ein- bis zweimal zwei- bis dreimal im Jahr ganz gerne dort und werde auch tatsächlich satt davon. Diesmal allerdings nicht.

Mit zwei großen Pommes und einer Portion Kartoffel-Chips habe ich vermutlich genug Kalorien für die nächsten drei Tage aufgenommen, voll wurde der Magen dadurch aber nicht.

Umgeben von Cheeseburgern, Chicken McNuggets und mit direktem Blick auf die McCafé-Theke, hätte ich mir für ein McFlurry gerne einen Arm ausgerissen.

 *Achtung: Product-Placement

Hungrig in die Ausstellung

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Zum Glück war die Ausstellung im Museum wirklich interessant und gut gemacht, so dass das unzureichende Essen schnell vergessen war.

Im Museums-Cafe hätte es sogar vegane Speisen gegeben – allerdings reichte die Zeit hierfür nach der Ausstellung nicht mehr aus.

Im Museum hätte es veganes Essen gegeben - dafür reichte die Zeit allerdings nicht mehr
Im Museum hätte es veganes Essen gegeben – dafür reichte die Zeit allerdings nicht mehr

Nach mehreren Stunden auf den Beinen und hungrig ging es im Anschluss in einen Supermarkt, der die Lauen nicht gerade hob.

Außer einer Packung Oreos, die tatsächlich vegan sind, gab es nichts, was man als Veganer auf die schnelle verzehren konnte. Brötchen, auf die ich im Vorfeld gesetzt hatte und vollauf genügt hätten, waren natürlich ausverkauft.

In dem Moment an all den Dingen vorbeizugehen, die man trotz des Hungers nicht essen kann, war eine sehr frustrierende Erfahrung. Zum ersten Mal machte das Vegan-Projekt wirklich keinen Spaß.

Zum Glück gab es daheim noch eine große Portion Chili con Soja.

Aber ohne Notfall-Vegan-Ration werde ich das Haus so schnell nicht mehr verlassen.