Tag 16 als Vegetarier: Das Leben des Anderen (Gastbeitrag)

Seit 16 Tagen lebe ich nun fleischlos. „Keine große Sache“, werden jetzt einige denken. Wenn man jedoch – so wie ich – täglich zu fleischhaltigen Produkten greift, ist es eine gewaltige Umstellung. Genau das war der Grund, dieses Experiment zu wagen. Nicht vegan, aber vegetarisch will ich einen Monat lang leben. Zeit für ein Zwischenfazit.

Zunächst einmal hat sich meine größte Angst – und die meiner Freundin – nicht bestätigt: Der Verzicht auf Fleisch führte bisher nicht zu einer negativen Grundstimmung oder gar zu durchgehend schlechter Laune. Satt, so habe ich gemerkt, wird man durchaus auch von pflanzlichen Produkten. Schlank jedoch nicht zwangsläufig. Werden Fleischprodukte durch stark kalorien- und kohlehydrathaltige Produkte ersetzt, bleibt der Abnehmeffekt aus.

Da mir mein Sättigungsgefühl gerade in diesem Monat jedoch wichtiger ist, als der Verlust von Kalorien, nehme ich dies wohlwollend in Kauf. Jedoch nehme ich mir weiterhin vor, mehr auf Salat und Gemüse zu setzen.

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Vegetarische Ersatzprodukte: Der Geschmack ist ernüchternd

Salat und Rohkost kam in den vergangenen zwei Wochen sowieso zu kurz. Denn bisher versuchte ich den Fleischverzicht vor allem durch vegetarische Alternativprodukte auszugleichen.

So landeten Sojasteaks, vegetarische Salami, Lyoner und Käse ebenso auf dem Teller wie Chili mit Sojaflocken und der McDonalds ® Veggie-Burger. Das war zwar so gewollt, da ich schon seit längerer Zeit eine Gelegenheit gesucht habe, diese Produkte auszuprobieren.

Die ernüchternde Erkenntnis ist jedoch, dass ich den Großteil dieser Lebensmittel nicht wieder essen, geschweige denn weiterempfehlen würde.

Positiv hervorheben möchte ich in dem Zusammenhang jedoch das Chili con Sojaflocken. Hier habe ich fast keinen Unterschied zur Fleischvariante herausschmecken können. Das mag aber auch an meinen famosen Kochkünsten liegen.

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Kein Fleisch ist auch keine Lösung

Wenngleich das allgemeine Wohlbefinden nicht merkbar gesunken ist, so verspüre ich jedoch in den letzten Tagen vermehrt die Lust nach Fleisch. In der Kantine gab es heute Hähnchen, das Wasser lief mir im Mund zusammen.

Bei McDonalds nur Veggieburger und Pommes essen? Schlimm für mich, wenn um mich rum die Cheeseburger und BigMacs verputzt werden. So merke ich, dass mich der Verzicht auf Fleisch zunehmend einschränkt, da ich die Dinge, auf die ich in diesem Moment Lust habe, nicht essen darf.

Das wird mich jedoch nicht davon abhalten, auch in Zukunft eine fleischärmere Ernährung anzustreben. In den verbleibenden 12 Tagen möchte ich ausprobieren, ob das fleischlose Leben auch ohne diverse High-Tech Industriealternativen so gut läuft wie bisher.

In diesem Sinne: Mahlzeit und bis neulich.