Ist rein pflanzliche Ernährung die Lösung?

Veganer wollen das Leiden und Sterben der Tiere verhindern und die Natur durch eine rein pflanzliche Ernährung schonen. Was auf den ersten Blick logisch aussieht, da für das pflanzliche Essen keine Rinder geschlachtet, Kälber zu früh von ihren Müttern getrennt und Puten unter miserablen Bedingungen gehalten werden. Aber ist vegane Ernährung wirklich die ultimative Lösung gegen Tierleiden und Umweltzerstörung?


Über das gesundheitliche Für und Wider von veganer Ernährung lässt sich endlos streiten und hängt wohl auch von den einzelnen Personen und ihrem Befinden ab. Aber davon mal abgesehen, gibt es neben dem gesundheitlichen Aspekt auch Kritik am moralischen Anspruch, den manche Veganer in ihrer Ernährungs- und Lebensweise sehen.

Dass die industrielle Fleischindustrie für die Tiere, die Natur und auch für den Menschen durch Antibiotikaverabreichung, um nur ein Beispiel zu nennen, eine nicht haltbare Situation ist, darüber muss nicht diskutiert werden.

Gründe für vegane Ernährung

Warum leben Menschen vegan? Hauptsächlich aus moralischen Gründen
Warum leben Menschen vegan? Hauptsächlich wohl aus moralischen Gründen

Wie auch ihr in der Umfrage angegeben habt, sind überwiegend moralische Gründe die Motivation für Veganismus.

Die vegane Ernährungsweise ist eine Möglichkeit, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und die Massentierhaltung zu boykottieren. Und sich gegen das Halten und Töten von Nutztieren auszusprechen.

Zudem wird darauf verwiesen, dass Veganismus den Welthunger bekämpfen und zum Klimaschutz beitragen kann.

 Was wäre wenn …

Ist rein pflanzliche Ernährung der richtige Weg?
Ist rein pflanzliche Ernährung der richtige Weg?

alle Menschen vegan leben würden?

Damit haben sich schon verschiedene Menschen und Medien beschäftigt.

Gäbe es überhaupt genug Essen für alle? Ja, sagt Peta. Denn das Getreide, das an die Tiere verfüttert wird, käme ja dann den Menschen zugute.

Andererseits, hält beispielsweise Autor Felix Olschewski dagegen, werden auch im Pflanzenanbau für die vegane Ernährung Tiere getötet – sei es durch Pestizide oder durch Erntemaschinen.

Und wer entscheidet, ob ein Wurm oder eine Maus weniger schützenswert ist als eine Kuh oder ein Pute?

Auch der vermehrte Anbau von Getreide und Soja könne die Natur stark belasten.

Sind vegane Produkte ethisch immer korrekt?

Für vegane Ernährung werden aber immerhin keine Tiere ausgebeutet. Der Konsum von pflanzlichen Produkten kann in manchen Fällen unter diesem Aspekt dennoch problematisch sein.

Vegan für vier Wochen
Auch vegane Marken und Produkte stehen in der Kritik

Ein Beispiel ist der Kauf von veganen Produkten, die Palmöl enthalten. Meiner Ansicht kann veganes Essen, das Palmöl enthält, keinen Anspruch auf eine Verbesserung für Tier und Umwelt haben – da durch die Gewinnung von Palmöl durch die Abholzung der Lebensraum beispielsweise von Orang-Utans zerstört wird.

Weiter geht es bei den Milchersatzprodukten: Die von mir mit Abstand favorisierte Sojamilch von Alpro wird von manchen Veganern boykottiert – weil Alpro offenbar von einer Firma aufgekauft wurde, die Molkereiprodukte herstellt und wegen der Tierhaltung in der Kritik stand.

Wer bestimmt, wo die moralische Grenze ist?

Wenn ich mich also entschließe auf tierische Produkte zu verzichten und vegan zu leben, aber aus geschmacklichen Gründen die Alpro-Sojamilch oder einen veganen Käse mit Plamöl kaufe – ist das noch vegan? Wo fängt die moralische Grenze an, wo hört sie auf?

Beim Essen und auch bei veganer Ernährung – so scheint es – kann man niemandem wirklich gerecht werden.

Laut Felix Olschewski soll jeder selbst entscheiden, was für ihn und seine direkte Umwelt am besten ist. Und ohne zu viel vom Fazit des Vegan-Projekts vorwegzunehmen, kann ich dem voll und ganz zustimmen.