Das war das Vegan-Projekt

Was hat das Vegan-Projekt gebracht, außer ein paar mehr Follower auf Twitter, exorbitant mehr Favs auf Instagram dank des Hashtags #vegan und dass die Facebook-Freunde das Wort „vegan“ in ihrem Feed wahrscheinlich nicht mehr sehen mögen? Am ersten Tag hatte ich die Frage stellt, was das Vegan-Projekt wohl für Auswirkungen haben würde? Hier die Antworten.


Was die vegane Ernährung mit der Laune macht

Zunächst mal: nichts. Also nichts Negatives. Im Gegenteil. Es war extrem spannend und spaßig, neue Sachen zu entdecken und auszuprobieren.

"Nein, vielen Dank"
„Nein, vielen Dank“

Mein absolutes auch emotionales Highlight war der vegane Frühstück-Schoko-Brei.Das lag vor allem daran, dass ich nicht gedacht hätte, das Frühstück vier Wochen lang ohne Milch überstehen zu können.

Kniffliger wurde es, wenn es darum ging, sich außerhalb der eigenen vier Küchenwände etwas zum Essen zu besorgen. Oder wenn um einen herum etwas gegessen wurde, und man selbst keine vegane Alternative zur Hand hatte. Da setzte schon mal der „Fressneid“ ein, was nach ein paar maulenden Geräuschen aber auch wieder ok war.

Ansonsten war das „Nein, vielen Dank“ ein sehr geläufiger Satz in den letzten vier Wochen, wobei mir auch bewusst wurde, wie viel man an Essen im Alltag angeboten bekommt.

Wie die vegane Ernährung die Küche und das Kochen verändert

Übergekochte Sojamilch
Solche Katastrophen blieben beim Vegan-Projekt aus

Im Fall von Butter war diese leicht durch eine vegane Variante ersetzt. Auf dem Brot oder in der Mehlschwitze fiel es nicht auf, dass eine pflanzliche Butter zum Einsatz kam.

Bei Käse gibt es gute Alternativen, die überbacken am besten schmecken. Die haben allerdings auch ihren Preis. Noch besser als die fertigen, abgepackten Käsescheiben war aber der selbst gemachte falsche Käse: Wir haben ihn innerhalb einer Woche dreimal gemacht, weil er so fantastisch schmeckt.

Milch habe ich ab und an vermisst, auch wenn es viele Milchalternativen gibt. Vor allem wenn eine Soja-Milch zu sehr nach solcher schmeckte, wünschte ich mir die tierische Milch herbei. Ich habe mit einer bereits erwähnten Marke sehr gute Erfahrungen gemacht und kann jedem nur raten, nicht nur die unterschiedlichen Sorten zu testen, sondern auch verschieden Marken auszuprobieren.

Alle Fleischesser werden jetzt enttäuscht sein. Aber Wurst, Steak, Filet und Schnitzel haben mir überhaupt nicht gefehlt. Ich esse gerne Fleisch. Aber „brauchen“ tue ich es offenbar nicht. Mit Soja-Flocken und Grünkern kann man vieles ersetzten, wobei sich das Vegan-Projekt allein schon aufgrund der Wiederentdeckung von Grünkern gelohnt hat!

Das Kochen und Backen klappte also sehr gut und die Küche wurde um einige neue Ideen bereichert. Nur bei manchen Gerichten fehlte mir Ei als Bindemittel. Vielleicht werde ich hier in Zukunft noch etwas mehr herumexperimentieren.

Auswirkungen von veganer Ernährung auf die Gesundheit

apfel
Abgenommen habe ich nicht – aber immerhin auch nicht zugenommen!

Wie schon festgestellt, hat sich das Vegan-Projekt nicht negativ auf meine Gesundheit ausgewirkt. Krank wurde ich nicht und auch sonst waren keine Ermattungserscheinungen zu erkennen. Ich fühlte mich eigentlich genauso (gut), wie vor dem Vegan-Projekt.

Das Gewicht ist während der vier Wochen Vegan-Sein konstant geblieben. Was positiv ist, da ich nicht auf Portionsgrößen geachtet habe und wegen (keine Ausrede) viel Arbeit, viel kochen und viel bloggen keinen Sport gemacht habe. Außerdem sind Zartbitterschokolade und Pommes ja auch vegan. Die Behauptung, dass man als Veganer automatisch schlank wird, kann ich unter diesem Aspekt nicht bestätigen.

Ich unterstelle den Veganern aber, dass sie sich mehr als die meisten Menschen mit Ernährungsphysiologie befassen, viel bewusster essen und daher logischerweise auch weniger mit Übergewicht zu kämpfen haben.

Mit einem guten Ratschlag, der immer wieder kursiert, kann ich aber aufräumen: Dass sich das Hautbild verbessert, wenn man Milchprodukte weglässt, kann ich nicht bestätigen. Meine Haut zeigte sich davon sehr unbeeindruckt und gibt sich bis auf erste Fältchen weiterhin so, als sei ich 14.

Einfluss der veganen Ernährung auf die Kommunikation

Während der vier Wochen war das Thema Essen und Veganismus überall das bestimmende Gesprächsthema – egal ob auf der Arbeit, bei Familientreffen oder auf einem Konzert. Ernährung geht eben jeden was an und jeder kann etwas dazu sagen.

Die Spatzen (ok, die sozialen Netzwerke) pfiffen das Vegan-Projekt von den Dächern
Die Spatzen (ok, die sozialen Netzwerke) pfiffen das Vegan-Projekt von den Dächern

In meinem Umfeld gab es im Vorfeld Bedenken vor den Reaktionen, da das Projekt auf dem Blog öffentlich dokumentiert wurde. Die Kommentarfunktion bringt leider nicht immer die besten Eigenschaften des Menschen zum Vorschein und gerade beim polarisierenden Thema (veganer) Ernährung war die Befürchtung, dass sich schnell „Hater“ und „Trolle“ sowohl von der einen, als auch der anderen Richtung finden.

Aufgrund meiner nicht gerade sporadischen Nutzung sozialer Netzwerke in Bezug auf das Vegan-Projekt liesen die ersten Reaktionen auch nicht lange auf sich warten.

Aber: Ich habe ausschließlich positives, motivierendes und hilfreiches Feedback zum Vegan-Projekt bekommen. Von anderen Blogern, Veganern, Interessierten, Kollegen, Freunden und Familie.

Ohne euch hätte das Vegan-Projekt nur halb so viel Spaß gemacht. Daher ein ganz herzliches Danke für all das Interesse und die Unterstützung!

Wie geht es nach dem Vegan-Projekt weiter?

Dazu folgt bald ein weiterer Artikel.

Fazit des Vegan-Projekts

Das Vegan-Projekt hat in erster Linie eines gemacht: Spaß. Es wurden so viele neue Sachen entdeckt, das Kochen machte noch mehr Spaß und die Erfolgserlebnisse, wenn etwas geklappt hatte, waren umso größer.

Die größte Erkenntnis: Vegan Essen geht gut. Und es geht sehr gut, lecker, unkompliziert und auch für nicht mehr Geld als die „klassische“ Ernährungsweise.

Auch sich jemand nicht für eine rein vegane Ernährung entschließen mag, kann ich nur ermutigen, hier kreativ zu werden und vielleicht mal das ein oder andere auszuprobieren.

Hier unsere Favoriten der letzten vier Wochen, vielleicht habt ihr ja mal Lust, etwas davon auszuprobieren 🙂

vegane zucchini veganer Pfannkuchen veganer Kuchen Soja Macchiato vegane Pizza veganer Hamburger veganes Bananen-Kakao-Brot veganes Frikassee Chili con Soja vegane mousse au chocolat vegane Kekse veganer Käse