Wie geht es nach dem Vegan-Projekt weiter?

Da denkt man, dass man beim Einkauf von Fairtrade, Bio, Freilandeiern und Wochenmarkt schon genug auf Nachhaltigkeit achtet – aber nach dem Vegan-Projekt zeigt sich: Gerade bei Milch und Fleisch ist noch viel Luft nach oben.


Vegane Ernährung funktioniert gut. Auf manches möchte ich aber nicht verzichten
Vegane Ernährung funktioniert gut – der Verzicht ist aber vor allem außerhalb der eigenen Küche spürbar

Auch wenn die vier Wochen Vegan-Projekt sehr viel Spaß gemacht haben: Komplett vegan werde ich nicht weiterleben.

Aber das Vegan-Projekt war nicht umsonst. Viel stärker als zuvor habe ich mein Einkaufsverhalten reflektiert und gemerkt: Das geht noch besser.

Dass Tiere zur Milch- oder Fleischerzeugung genutzt werden, ist aus meiner Sicht in Ordnung, wenn die Haltungsbedingungen stimmen. Dass die Tiere währenddessen oder bis zur Schlachtung ein möglichst elendiges Leben haben, das soll nicht sein.

Diese Ansicht war zwar bereits vor dem Vegan-Projekt da, wurde durch die vier Wochen aber noch einmal viel bewusster. Und das soll sich auch auf den Konsum auswirken.

Das kann natürlich nicht funktionieren, wenn weiter im Supermarkt Billig-Milch und Billig-Fleisch eingekauft werden.


Wie geht es weiter mit dem Fleisch-Kauf?

Bisher wurde Fleisch trotz aller guten Vorsätze und sporadischer Metzger-Einkäufe hauptsächlich aus dem Supermarkt gekauft – sei es wegen des Preises oder der Unkreativität, was das Abendessen angeht.

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Auch wenn es bisher bequem und relativ preiswert war: Fleisch aus dem Supermarkt gibt es nicht mehr
Auch wenn es bisher bequem und relativ preiswert war: Fleisch aus dem Supermarkt gibt es nicht mehr

Ideal wäre, wenn es ein Siegel für Fleisch gäbe, das anzeigt – ähnlich bei Eiern – unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden. Aber trotz oftmaliger Ankündigung ist mir bisher noch keines oder kein zufriedenstellendes unter die Augen gekommen.

Metzger beziehen ihr Fleisch teilweise bei denselben Großhändlern wie Supermärkte. Eine Möglichkeit: Zu den örtlichen Metzgereien gehen und nachfragen, woher sie ihr Fleisch beziehen. Oder direkt beim Erzeuger kaufen. Aber dazu später mehr.

Die Fleisch-Verlegenheitskäufe, weil nichts Besseres zum Kochen einfällt, wird es nicht mehr geben – dafür hat das Vegan-Projekt gesorgt. Wurst und Fleisch fehlten mir in den letzten Wochen ohnehin am wenigsten.

Und wenn es nur ein- oder zweimal statt drei- oder viermal pro Woche Fleisch gibt, kann der finanzielle Ruin durch den höheren Fleischpreis des Metzgersbestimmt abgemildert werden.


Wie geht es weiter mit dem Milch-Kauf?

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Palettenweise Billig-Milch aus dem Supermarkt wird es nicht mehr geben

Bei Milch war mir vor dem Projekt nicht klar, was daran schlimm sein soll – wenn man mal davon absieht, dass die Landwirte von den herkömmlichen Milchpreisen nicht leben können.

Tatsächlich sind die Haltungsbedingungen für Milchkühe miserabel. Außerdem werden die Kälber, die die Kühe zur Welt bringen müssen, um Milch zu geben, meist viel zu früh von der Mutter getrennt.

Die Lösung

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Geht doch: Milch aus artgerechter Haltung

Der Milchkonsum wird eingeschränkt. Und das nicht einmal aus ethischen Gründen, sondern, weil mir das vegane Müsli so gut schmeckt und ich die Vanille-Soja-Milch ebenfalls nicht mehr missen will.

Da es aber dann hin und wieder doch ein Latte Macchiato sein darf, scheint die Milch mit dem demeter-Siegel eine gute Lösung. Die verschiedenen Siegel und ihre Bewertungen könnt ihr in folgendem PDF auf Seite 8 nachlesen.

Das demeter-Siegel hat am besten abgeschnitten und steht für gute Haltungsbedingungen für Kühe, sodass diese ab sofort ins Haus kommt. Und falls mal kein Laden mit demeter-Milch zur Hand ist: Auch dm bietet faire H-Milch an.


Kaufen direkt vom Erzeuger

Natürlich ist die beste Lösung, wenn man direkt auf den Bauernhof geht, sich die Haltungsbedingungen „live“ ansehen und dort die Produkte kaufen kann. Wenn man aber in der Stadt wohnt und kein Auto hat: eher schwierig.

In der Nähe meiner Stadt gibt es allerdings einen Bauernhof, der einen Lieferdienst anbietet. Der Hof legt wert auf Freilandhaltung und hat eine hofeigene Schlachterei – somit bleibt den Tieren der Transportweg erspart.

Neben Wurst über Käse aus guten Haltungsbedingungen kann man sich daneben auch noch Obst und Gemüse vor die Haustür liefern lassen.

Das klingt für mich nach einer super Sache – ob sie in der Praxis funktioniert wird demnächst getestet.


Wie geht es mit dem Blog weiter?

Das wurde ich in letzter Zeit öfter gefragt und sei an dieser Stelle grob beantwortet:

Als Fazit und Konsequenz aus dem Vegan-Projekt wurden ja ein paar Ziele gesteckt. Wie es damit vorangeht, davon werde ich bestimmt berichten.

Der Blog hat durch das Vegan-Projekt und diverser vorheriger Artikel einen leichten Drall in Richtung Nachhaltigkeit bekommen. Dabei werde ich wahrscheinlich auch bleiben, da das Thema ohnehin immer wieder im Alltag aufkommt und es dazu gute Ideen und Möglichkeiten gibt.

Und da das mit dem Selbstversuch sehr lustig war, kommt vielleicht auch mal wieder etwas aus dieser Richtung. Da gibt es schließlich noch die Steinzeiternährung, Barcode-Fasten und, und, und.

Wir lesen uns.