Vorsicht, Mogelpackung!

Grüne Wiesen, glücklich weidende Kühe, Alpenidyll – so strahlt es uns aus dem Kühlregal häufig entgegen. Von Milchpackungen, Joghurtbechern und Butterpäckchen. Schaut man auf die Verpackung, liest man lobende Worte über Qualität und Geschmack. Aber nichts über die Tierhaltung. Ein besonders dreister Fall ist zwar schon einige Jahre her – steht aber exemplarisch für die mehr oder weniger subtilen Tricks der Lebensmittelindustrie.


Bio-Lebensmittel
Vertrauenswürdig mit Siegel: Eier und Bio-Milchprodukte aus artgerechter Haltung

Nach dem Vegan-Projekt sollen nur noch Milch und Fleisch aus artgerechter Haltung auf dem Tisch landen. Dass dem auch wirklich so ist, das sollen verschiedene vertrauenswürdige Siegel wie Demeter, Bioland und Naturland gewährleisten (Artikel dazu folgt).

Das veränderte Konsumverhalten ist auch immer wieder Gesprächsthema mit Freunden, die teilweise schon viel länger beim Kauf von Milch und Fleisch auf artgerechte Tierhaltung achten. Oder zumindest dachten, dass sie das tun.

Umso größer sind die Enttäuschung, der Ärger und die Frustration, wenn sich die Annahme, dass man ethisch korrekte Lebensmittel kaufte, als falsch herausstellt. Eine Freundin brachte mich auf folgenden Fall.


Das Spiel mit dem guten Gewissen der Verbraucher

2015-03-16 17.08.18
Mogelpackung faire Milch: „Verpackung sah so vertrauenswürdig aus“

Bis vor ein paar Jahren warb eine namenhafte Molkerei mit dem Schlagwort „artgerecht“.

Belegen konnten sie das aber auf Anfrage von foodwatch nicht.

Ende Oktober 2007 legte der Deutsche Tierschutzbund dann eine Dokumentation vor, die aufzeigte:

“ … dass Weihenstephan-Milchkühe „in ganzjähriger Anbindehaltung auf sehr beengtem Raum gehalten werden“ (Pressemeldung vom 23. November 2007).


Werbung mit artgerechter Haltung – ohne Beleg

Trügerische Natur-Idylle auf den Verpackungen. Die Realität sieht für viele Tiere anders aus
Trügerische Natur-Idylle auf den Verpackungen. Die Realität sieht für viele Tiere anders aus

Weihenstephan zog die Konsequenzen – und wirbt seit 2008 nicht mehr mit „artgerechter Haltung“. Geblieben ist – wie aktuell der Fall meiner Freundin zeigt – bis heute das „gute“ Image der preisklassig höheren Milch.

Ähnlich täuschen lässt sich der Verbraucher wird der Verbraucher getäuscht bei den Begriffen „regional“, „Heimat“, „gesund“ oder „Unter Schutzatmosphäre verpackt“.

Die Liste der Verbrauchertäuschungen von foodwatch ist lang und lässt einen frustriert zurück.

Die Empfehlung: „Glauben Sie nicht, was auf der Packung steht. Denn die Lebensmittelindustrie kann eines ganz besonders gut: Verbraucher täuschen.“