Lebensmittel-App: Zu gut für die Tonne!

Brummeliges Brot und entsetzter Emmentaler: So sollte man sich in Zukunft seine Lebensmittel vorstellen, die man wegwerfen will. Knapp 11 Millionen Tonnen landen pro Jahr im Abfall – und das überwiegend in Privathaushalten. „Zu gut für die Tonne“ ist eine Kampagne gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Und um das dem Verbraucher zu ermöglichen, gibt es die Lebensmittel-App „Beste Reste“.


Kampagne Zu gut für die Tonne will verhindern, dass Essen im Müll landet
Eigentlich zu gut für die Tonne – mithilfe der App soll das nicht mehr passieren

Die Lebensmittel-App „Beste Reste“ (für iOS und Android) gibt Tipps zum Einkauf, zur richtigen Aufbewahrung und Verwertung von Lebensmitteln. Ein Lebensmittellexikon informiert über Lagerung und Haltbarkeit. Der Einkaufsplaner in der App soll Übersicht in den Supermarktbesuch bringen und dabei helfen, Mengen richtig einzuschätzen und Zeit im Geschäft zu sparen.

Bevor es ans Wesentliche geht, müssen diese Bilder der Kampagne „Zu gut für die Tonne“ gezeigt werden, die sind einfach zu süß:

[Quelle: (c) BMEL]

Aber aller süßen Lebensmittel-Bilder zum Trotz – mal sehen, was die App wirklich drauf hat:


Der Einkaufsplaner

Der integrierte Einkaufsplaner der „Beste Reste“ App wirkt ganz praktisch: Lebensmittel sind alphabetisch sortiert und können so oder manuell zum Einkaufsplaner hinzugefügt werden. Parallel dazu kann die Menge des benötigten Essens bestimmt werden, was verhindern soll, dass man sich verkalkuliert und somit Lebensmittel später im Müll landen. Leider fehlt eine Funktion zum Teilen der Liste, falls man nicht selbst einkaufen geht, sondern gehen lässt. Wenn man auf „Einkaufen“ klickt, kann man in der Lebensmittel-App seine Einkaufsliste abhaken und abschließen.


Der Resteverwerter

Reste, die noch gut sind, müssen keinesfalls weggeschmissen werden. Aber was damit machen? Dafür bietet die Lebensmittel-App zurzeit 407 Rezeptvorschläge. Dafür müssen einfach drei Lebensmittel-Reste ausgewählt werden. Je nachdem was als erstes und zweites angegeben wurde, reduziert sich die Anzahl an kombinierbaren Lebensmitteln.

Für die leicht schräge Kombination von Milch, Tomaten und Ei gibt es immerhin vier Rezepte, aufgeteilt in Beilage, Haupt- und Partygericht. Und die Rezeptvorschläge kann man immerhin auch teilen.


Die Wissens-Fundgrube

Im „Lexikon“ erhält man tatsächlich hilfreiche Tipps zum Kauf und zur Lagerung von Lebensmitteln. Dabei beschränkt sich die App nicht auf den Tipp „Joghurt im Kühlschrank“ lagern, sondern sagt auch noch in welchem Fach. Für Küchen-Laien oder Leute, die sich darüber noch keine Gedanken gemacht haben, eine nette Hilfestellung.


Fazit

Einen großen Pluspunkt erhält die Kampagne „Zu gut für die Tonne“ für die grimmig gestalteten Lebensmittel, wie der erschrocken dreinblickende Käse oder das brummelige Brot.

Das Design der Lebensmittel-App ist ansprechend und die Menüführung knapp gehalten und übersichtlich.

Die Rezeptvorschläge für Essensreste – u.a. von Sterneköchen und prominenten Kochpaten wie Sarah Wiener, Johann Lafer, Daniel Brühl, was mich aber nicht weiter beeindruckte, daher wurde auch nicht explizit darauf eingegangen – geben tolle Inspirationen, wenn man mal so gar nichts mit dem Kühlschrank-Inhalt und den Resten anzufangen weiß.

Die Wissenskategorie punktet stellenweise mit wirklich nützlichen Tipps und Details zum Einkauf, zur Lagerung und zur Haltbarkeit.

Einkaufsplaner und Einkaufsliste sind nutzerfreundlich gestaltet und intuitiv bedienbar, ob sie sich im Alltag durchsetzt, wird sich zeigen.
Leider gibt es für die Planer- und Einkaufsliste keine „Teilen“-Funktion. Viel mehr gibt es aber auf den ersten Blick nicht zu meckern. Ob sich der Planer im Alltag durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall sind schon deutlich schlechtere Dinge in Ministerien zustande gekommen als diese App.

Bilder: Screenshots "Beste Reste App" (c) BMEL