Hartz-IV-Warenkorb

Noch drei Tage Schonfrist, bis ich mit ca. 50 Euro pro Woche auskommen muss. Aber wie kommt der Regelbedarf von Hartz IV eigentlich zustande?

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Wie kommt der Hatz-IV-Regelbedarf zustande? Und wie viel ist für was vorgesehen?

Auch wenn die Woche noch „normal“ eingekauft und Geld ausgegeben wird, schwingt im Hinterkopf doch mit, wie die Bilanz im Vergleich zu den Möglichkeiten beim Arbeitslosengeld II Regelsatz aussieht. Und schon nach ein paar Tagen ist klar: ziemlich mies.

Bereits am Freitag kam die Biokiste mit Lebensmitteln im Wert von 44 Euro. Damit war mein Budget für eine Woche auch schon so ziemlich ausgeschöpft. Da am Samstag auch nochmal ein Einkauf anstand, war nach dem Wochenende der wöchentlich zur Verfügung stehende Betrag von Hartz IV um das Doppelte überschritten.

Berechnung des Hartz-IV-Regelbedarf

Aber wie kommt man auf den Betrag von 404 Euro Regelbedarf für eine alleinstehende Person? Die Berechnung der Hartz IV-Regelsätze erfolgt an Hand statistisch erfasster Daten von rund 60.000 Haushalten zu Einnahmen und Ausgaben. Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe werden dabei nicht berücksichtigt (Quelle: lpb-bw.de).

Der Betrag stückelt sich wie folgt:

Nahrung und Getränke (alkoholfrei): 143,42 Euro (35,50 %)
Freizeit, Unterhaltung, Kultur: 44,60 Euro (11,04 %)
Nachrichtenübermittlung: 35,67 Euro (8,83 %)
Bekleidung, Schuhe: 33,94 Euro (8,40 %)
Wohnen, Energie, Wohninstandhaltung: 33,77 Euro (8,36 %)
Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände: 30,62 Euro (7,58 %)
andere Waren und Dienstleistungen: 29,57 Euro (7,32 %)
Verkehr: 25,45 Euro (6,30 %)
Gesundheitspflege: 17,37 Euro (4,30 %)
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen: 8,00 Euro (1,98 %)
Bildung: 1,54 Euro (0,38%)
* Durch Rundungen können sich Unterschiede von wenigen Cent ergeben. (Quelle: hartziv.org)

Kritik und Befürwortung

Trotz der Erhöhung des Regelbedarfs um 1,25 % (von 399 auf 404 Euro) ab 1. Januar 2016 kritisiert beispielsweise der Sozialverband Deutschland, dass der Betrag den Alltag der Betroffenen nicht lebensecht abbildet.

Befürworter, wie der Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, halten dagegen, dass jede Hartz-IV-Erhöhung ein Anreiz zu Nichtarbeit in Deutschland sei. Wer nicht arbeite, bekomme automatisch jährlich mehr. Wer arbeite, nicht. In der Folge würde angebotene Arbeit konsequent abgelehnt, lautet die Einschätzung mancher Politiker. (Quelle: welt.de)

Wie es sich mit dem Regelbedarf leben lässt und ob die Arbeitslosigkeit ein lohnendes Karriereziel ist, werde ich ihn wenigen Tagen selbst herausfinden.