Super-Vegan-Diät Tag 1: Nicht alles was vegan ist, ist erlaubt

Die Super-Vegan-Diät geht los. Der Mann und ich versuchen uns 7 Tage am Ernährungsplan des Buches mit selbigem Titel. Aber nicht alles, was vegan ist, darf in der Woche gegessen werden.

Einen Tag nach Ostern mit der Super-Vegan-Diät anzufangen, war mit dem Blick auf die Berge von Schokohasen, Eiern und Osterpralinen, die sich im Wohnzimmer auftürmen, entweder richtig schlau – oder selten dämlich.

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Das Buch „Die Super-Vegan-Diät“ arbeitet viel mit Begriffen wie „Schwabbel“ und „Schwabbelpfunden“, was den Diätwillen zumindest beim Lesen schon mal erhöht.

Die Rezepte scheinen generell unkompliziert zu sein und sind schnell hergerichtet, die Zutatenliste besteht aus vielen Dingen, die man auch als Nicht-Veganer in der Küche findet: Äpfel, Banane, Nüsse, Kartoffeln, Pilze, Tomaten, Essig, Öl, usw.

Am ersten Tag schon zwei Diät-Tricks angewendet

Das Frühstück aus Hafermilch, -flocken und Obst schmeckte ganz gut, auch wenn dem Mann die labbrige Konsistenz nicht zusagte.

Das Mittagessen war sehr viel ernüchternder und ließ unverhofft das Gefühl aufkommen, dass es sich wirklich um eine Diät handelt: pro Person gab es 1 Kartoffel (die mit Sojamilch zu einer Mini-Portion Püree verwandelt wurde), 1 Karotte und eine 1/2 Fenchelknolle. Um nicht gleich am ersten Tag beim Mittagessen in völlige Verzweiflung auszubrechen, mussten zwei Kniffe herhalten: die Mini-Portionen wurden auf kleinen Frühstüchstückstellern serviert, damit es zumindest nach etwas mehr aussah. Und die Gemüsebrühe, in denen Karotten und Fenchel gekocht wurden, hielt als kleine „Vorspeise“ her.

Das Abendessen billigte jedem von uns eine Tomate, ein paar Pilze, ein Essig-Öl-Dressing sowie Vollkorntoast zu. Da im Gegensatz zu den restlichen Zutaten beim Vollkorntoast keine Mengenangabe stand, waren wir hier zur Sicherung des Haussegens etwas großzügig. Um den Mann zu zitieren: „Ich esse 4 Scheiben, sonst verdaut sich mein Magen selbst.“

Was man darf – und was nicht

Während der Super-Vegan-Diät darf nicht automatisch alles gegessen (oder getrunken) werden, was frei von tierischen Inhaltsstoffen ist. Kaffee und Alkohol zählen laut Buch zu den „Genussgiften“ und „stören die unendlich fein abgestimmten Mechanismen unseres Zellstoffwechsels.“

Im 7-Tage-Ernährungsplan findet sich daher kein Kaffee und im darauffolgenden Kapitel „Schlank werden und bleiben“ wird Mineralwasser, Kräutertee, Gemüse- und Obstsaft sowie Getreidemilch empfohlen. Die 7-Tage-vegan-Diät ist also gleichzeitig ein Kaffee-Entzug. Hätte ich das mal früher gewusst …

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Neben dem Vegan-Prinzip setzt die Super-Vegan-Diät auf Prinzipien, die man als Leser von einschlägigen Diät-Artikeln bereits kennen dürfte: komplexe Kohlenhydrate in Form von Vollkorn statt Weißmehl, mehr Rohkost, kein Zucker – dafür süßen mit Ahornsirup und Agavendicksaft. Vegane Schokoalternativen in Form von Oreos, Zartbitterschokolade oder Soja-Schokopudding werden also diesmal keine Lösung sein.

4 Kilo in einer Woche abnehmen

Um die Frage des Eingangsartikels nochmal aufzugreifen, weil zum Versprechen des Buches „Schnell schlank: 4 Kilo in 1 Woche“ viele Fragen und Zweifel aufkamen:

Das Versprechen des Buches klingt zunächst mal – natürlich – extrem unseriös. Wer sich im Gegensatz zu mir in Ernährungsphysiologie auskennt, wird an dieser Stelle anführen, dass man 7.000 kcal einsparen muss, um 1 Kilo Fettmasse zu verlieren. Dass in einer Woche also kaum 4 Kilo Fett runterkommen, klingt schon mal schlüssig.

Das Buch „Die Super-Vegan-Diät“ erklärt aber ziemlich zu anfangs, dass sich bei Fleischliebhabern durch deren salzhaltige Ernährung schnell 2 bis 3 Liter Wasser im Bauch ansammeln, die durch reine Kalorienreduktion auch nicht loszukriegen wären. Durch vegane Ernährung soll das überschüssige Wasser ausgeschwemmt werden, „weshalb eine vegane Lebensweise ganz automatisch zu einer Normalisierung des Körpergewichtes bis hin zur Idealfigur beiträgt.“

Den ersten Tag schließe ich mit noch einem Zitat des Mannes: „Hoffentlich ist bald Nacht, beim Schlafen merkt man nicht, dass man Hunger hat.“