Die Schwäbische Alb und warum Goethe wieder mal Recht hat

„Schwäbisch“ und „Alb“ – zwei Begriffe, die jetzt nicht so nach ganz großem Kino klingen. Aber man kann sich ja mal irren.

Die Schwäbische Alb; das klang für mich ungefähr so attraktiv wie ein Zahnarztbesuch. Sprich: Muss nicht sein. Aber wenn es halt nicht anders geht …

So geschehen, als es mich dienstlich für 2 Tage in diesen Teil Baden-Württembergs verschlug, der von funktionalem WLAN oder mobilem Internet in großen Teilen nur vom Hörensagen mitbekommen hatte.

Dass die Schwäbischen Alb durchaus Flair haben könnte, lies bereits die Fahrt nach Meßstetten im Zollernalbkreis vermuten. Die Bäume deuteten auf so etwas wie einen schwäbischen Indian Summer hin – versuchen kann man es ja mal – die Berge wurden höher und der Himmel blauer. Vielleicht ist Letzteres aber auch nur ein Phänomen, das bei Städtern auftaucht, wenn sie aufs Land fahren.

Indian-summer-schwaebische-alb

Der Bewegungsradius erstreckte sich nach einer Übelkeit erregenden Busfahrt zwar überwiegend auf das Tagungshaus, der Ausblick entschädigte aber sogar für fehlendes Internet – versprachen die Fotomotive immerhin gutes Instagram-Material zu werden für eine Zeit, in der man dank Breitbandzugang wieder an die Außenwelt angeschlossen sein würde.

Apropos Instagram: Reise-Blogger werden die Schwäbische Alb merkwürdigerweise noch nicht übermäßig für sich entdeckt haben, trotz anbetungswürdiger Aussicht. Der Ausblick von der etwas entlegenen Schinderlucke auf einen Stadtteil Balingens gehörte definitiv zu den Highlights – malerischer Waldwanderweg und Sonnenuntergang inklusive.

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Die Aussicht von der Schinderlucke ins Tal verdanken wir der Tatsache, dass ein Teil der Schwäbischen Alb dort irgendwann mal beschloss – wie mein Bruder in der 12. Klasse – abzubrechen. Aus ihm ist trotzdem irgendwie was geworden und das kann man auch von der Schinderlucke oder der Schwäbischen Alb an sich behauptet.

Leider war an der Schinderlucke niemand zur Stelle, der mich tiefsinnig in die Weite blickend hätte fotografieren können, aber der Los-Angeles-View der Schwäbischen Alb entschädigte auch dafür.

Zum Abschluss spare mir das „Warum in die Ferne schweifen …“-Zitat von Goethe, aber ganz ohne geht es dann doch nicht. Denn er hatte halt wieder einmal Recht:

Reisezitat von Goethe