3 Dinge, die Menschen ohne Flugangst nicht kennen

Auch wenn es das Vergnügen etwas schmälert, in den wohlverdienten Urlaub transportiert zu werden: Mit Flugangst macht man einige Erfahrungen, die allen anderen, die entspannt die Aerodynamik genießen können, versagt bleiben.

Flugangst – in der Fachsprache auch Aviophobie genannt – ist die krankhafte Angst vor dem Reisen in Flugzeugen. Was rein nüchtern betrachtet ziemlicher Quatsch ist, Flugzeuge gelten ja als die sichersten Reisemittel. Trotzdem wird die eigentlich bequeme Möglichkeit zu Sonne und Stand zu gelangen dank Flugangst zu einer existenziellen Erfahrung.

Was nach einer nicht weit verbreiteten Attitüde klingen mag, betrifft tatsächlich nicht wenige: Nach Umfragen betritt jeder dritte Passagier ein Flugzeug mit einem unguten Gefühl. 15 Prozent klagen sogar über deutliche Angst vorm Fliegen.*

Aber da man ja bekanntlich alles positiv sehen (oder es zumindest versuchen) soll, betrachten wir also die Erfahrungen, die all jenen vergönnt sind, die die Aerodynamik a) nicht verstehen und b) ihr kein Stück weit vertrauen.

Selbst Kaffee verkommt zur Nebensache

Wer noch nie mit Todesangst im Flugzeug saß, der wird die Absurdität der Frage eines freundlichen Stewards „Möchten Sie einen Kaffee?“ – während vor dem geistigen Auge sämtliche Absturz-Horrorszenarien ablaufen – kaum nachvollziehen können.

Diese Szenen werden zusätzlich zur eigenen Fantasie noch plastisch hinterlegt durch Erinnerungen an Filmszene wie in „Air Crash“, „Sully“ oder „Snakes in a plane“.

Neue Hoffnung in die Menschheit dank mitfühlender Sitznachbarn

Wer ab und an aufgrund der Tagesnachrichten und Facebook-Hass-Kommentare verständlicherweise an der menschlichen Rasse (ver)zweifelt, kann im Flugzeug die ermunternde Erfahrung machen, von vollkommen fremden Sitznachbarn angesprochen und gefragt zu werden, ob alles in Ordnung ist und ob dieser vollkommen Fremde etwas für einen tun kann. Eine Geste, die vor Humanität und Altruismus nur so strotzt!

Gut, wie man selbst in diesem Moment wirken oder aussehen muss, dass der Sitznachbar sich genötigt fühlt, dieses ungefragte und vollkommen selbstlose Angebot zu machen, steht auf einem anderen Papier.

Aber nachdem man auf festem Boden angekommen ist, den Drang unterdrückt hat den Boden zu küssen, kann man sich an dieser schönen, selbstlosen Geste des fremden Sitznachbars erfreuen. Dazu zum nächsten Punkt.

Es dem Papst gleichzutun ist keine abwegige Idee mehr

Diese wirklich sehr komische Gestik, den Flughafenboden zu küssen, bekommt eine völlig neue Bedeutung, wenn das Flugzeug heil am Boden landet und man wieder festen Boden betreten kann.

Der Drang, das zugeteerte Erdreich in einem für die Öffentlichkeit unangemessen Ausmaß abzuschlabbern zu wollen, wird nur unterdrückt von einem kleinen Funken Schamgefühl, das sich durch die langsam abnehmende Todesangst seinen Weg bahnt.


Es gibt ein ziemlich kluges sorbisches Sprichwort, das besagt:

Mit dem Fliegen warte, bis dir Flügel wachsen!

Das ist leider keine Option, wenn man beispielsweise mal wieder das schönste Reiseziel der Welt besuchen möchte. Daher nehmen wir diese Erfahrungen ab und an dann doch in Kauf – und können uns auf festem Boden ja möglicherweise über die ein oder andere Erfahrung dank Flugangst amüsieren.


* https://www.apotheken-umschau.de/Flugangst